Vom
Jahre 1085 bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts befand sich
an der Stelle, an der heute das Schoß Reinhardsbrunn
steht, das Benediktinerkloster Reinhardsbrunn.
Die Stiftung des Benediktinerklosters Reinhardsbrunn durch
Graf Ludwig den Springer - auch Erbauer der Wartburg - erfolgte
der Sage nach als Sühnetat für den Auftragsmord
am Ehemann seiner späteren Frau Adelheid.
Zwölf Mönche aus Hirsau, einer Benediktinerabtei
in Schwaben, zogen in das Reinhardsbrunner Tal.
Die Klosterkirche wurde 1097 eingeweiht.
Die Benediktiner versorgten sich selbst.
Alles, was sie zum Leben benötigten, wurde in den Grenzen
ihres Klosterbezirkes angebaut.
Dazu gehörten auch Mühle, Vorratshaus, Bäckerei,
Brauhaus sowie Fischteiche und Gärten.
Teile dieser Anlage sind noch heute nachweisbar.
Schon wenige Jahre nach seiner Gründung entwickelte sich
das Benediktinerkloster Reinhardsbrunn zu einer im ganzen
Abendland berühmten Abtei.
Es war ihr erster Abt Gieselbert. der den herausragenden Ruf
der Abtei begründete.
Das hohe Ansehen brachte ihr Schenkungen ein, auch über
die Grenzen Thüringens hinaus.
Dem Ansehen der Reinhardsbrunner Abtei war es auch zu verdanken,
dass im Jahre 1131 dem
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kaum bekannten Ludwig 1. die Thüringer
Landgrafenwürde übertragen wurde. Seither
war Reinhardsbrunn auch Grablege und Hauskloster des Thüringer
Landgrafengeschlechtes.
Die Benediktiner pflegten Künste und Wissenschaften.
Die berühmten Reinhardsbrunner Fälschungen (11.12.
Jh.) belegen einen hohen Stand der Schreibkunst.
Im 12. und 13. Jahrhundert erlebte das Kloster seine eigentliche
Blütezeit.
Bei den Päpsten stand das Kloster lange in hoher Gunst,
sie verliehen seinen Äbten die Inful (Bischofsmütze),
den Ring und Titel "Von Gottes Gnaden".
Ein großer Rückschlag in der Entwicklung des Klosters
war die verheerende Brandkatastrophe von 1292.
Zahlreiche Gebäude brannten nieder (Bibliothek, Abtsgebäude,
romanische Kirche, Kreuzgang, Grabsteine der Ludowinger).
Der baldige Wiederaufbau war mit sehr hohen Kosten verbunden
und stürzte das Kloster in eine langanhaltende Finanznot,
führte sogar zeitweilig zu einer Verschuldung.
Am Ende des 15. Jahrhunderts dürften in Reinhardsbrunn
etwa 50 Mönche gelebt haben.
Den Untergang des Klosters brachte der Bauerkrieg.
Im Jahre 1525 kam es zu einer Plünderung durch die aufständigen Bauern aus
Waltershausen und
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