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Übersicht der Ortsteile Waltershausen |
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Langenhain gehört wohl zu den ältesten Dörfern der
Rodungsperiode am Nordrand des westlichen Thüringer
Waldes. Ein Beweis dafür ist die Größe der Flur. Sie
wurde von Mosch und Ziller 1813 in ihrer
"Beschreibung der Sachsen - Gothaischen Lande"
"ungeheuer groß " genannt. Das war sie zwar nicht,
aber immerhin war sie weitaus die größte unter
allen, die zwischen Eisenach und Ohrdruf vom 11. -
14. Jahrhundert neu gerodet wurden. Der "Lange Hain"
zieht sich vom jetzigen Tabarzer Gewerbegebiet im
Süden über 4 km bis an die Lauchaer Flurgrenze im
Norden. Die Aufteilung der Langenhainer Flur in
ursprünglich zahlreiche Streifen (60 "Güter")
beweist ebenfalls, dass es sich um eine planmäßige
Gründung handelte. Im Rahmen der drei deutschen
Siedlungsperioden wurde Langenhain in der letzten
Periode gegründet, die in den Jahren 800 bis 1300
u.Z. lag. Diese Periode war gekennzeichnet durch die
bewusste Kulturarbeit der Klöster bzw. der
Grundherren. Langenhain wurde erstmalig in einer
Schenkungsurkunde des Thüringer Landgrafen Albrecht
der Entartete aus dem Jahre 1286 an das
Katharinenkloster zu Eisenach genannt. Selbst
Waltershausen war entsprechend zweier
Reinhardsbrunner Urkunden "als Filial nach
Langenhain eingemeindet", was eine ältere
Entstehungszeit des Ortes Langenhain vermuten lässt.
Bis ins 16. Jahrhundert hinein blieb der Ort als
Klosterdorf erhalten.
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In den Dokumenten der Stadt Waltershausen zeigt sich
die Bedeutung des benachbarten Ortes Langenhain. Das
Dorf behielt immer eine enge wirtschaftliche
Beziehung zu Waltershausen. Es lag schließlich in
der "Bannmeile" der Stadt, welche das Handwerks-,
Markt- und Brauprivileg besaß. Die soziale
Schichtung im Dorf zeigt sich in einer Berufsliste
des kirchlichen Seelenregisters von 1740. Nach
diesem gab es damals 27 Bauern, 12 Fuhrleute, 5
Müller, 4 Ölhändler, 3 Viehhändler, 26 Tagelöhner,
10 Kannenmacher, 5 Schneider, 3 Schmiede, 3 Schäfer,
3 Besenmacher, 2 Zimmerleute, 1 Metzger, 1 Weber, 1
Maurer,
1 Drechsler, 1 Korbmacher, 1 Knecht und 11
Spinnerinnen. Mit dem Bau einer Baumwollspinnerei im
Jahre 1812, auf dem Gelände des heutigen Pflegeheims
hatten wir das erste Eindringen des
Industriekapitalismus in unserer Gegend.
Entscheidend für die mehr oder weniger stagnierende
Entwicklung Langenhains, war die Festlegung der
"Bannmeile" für die Stadt Waltershausen, die nicht
nur die Dörfer der ,,Pflege Tenneberg” umfasste.
Damit in Verbindung standen die Vorrechte für
Waltershäuser Bürger, z.B. Märkte abzuhalten,
Handwerk zu beitreiben, Steuern einzunehmen, das
alleinige Bierbraurecht auszuüben usw..
Im 19. Jahrhundert kam es mit der wirtschaftlichen
Entwicklung in Waltershausen zur Industriestadt auch
zu Einflüssen auf Langenhain. Dies drückte sich u.a.
auch im Vereinswesen aus, wie die Gründung der
Feuerwehr und eines entsprechenden Vereins, des
Kleintierzuchtvereins, des Gesangs- und Turnvereins.
In der Waltershäuser Puppenindustrie arbeiteten
Langenhainer Frauen und Kinder für die Betriebe von
Johann Daniel Kestner. |
Das Ende des Bauernkrieges brachte die Aufhebung des
Klosters mit sich. Langenhain kam wieder an das Amt
Tenneberg. In die Langenhainer Kirche waren
zeitweise auch die Nachbardörfer Tabarz und Cabarz
eingemeindet.
Die heutige Langenhainer Kirche ist ein
Spätbarockbau von 1763 - 1768. Doch der Unterteil
des Turms stammt noch vom romanischen Gebäude aus
der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Er ist der
älteste Bau im Stadtbezirk Waltershausen und einer
der ältesten im Landkreis Gotha. |
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Da der größte Teil der Flur aus kargem Buntsandland
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hinein ein armes Dorf. Der magere Boden ohne große
Düngung gab nicht nur geringe landwirtschaftliche
Erträge. Er vermochte auch nur ganz wenige
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Bis um 1900 wurde auch das Leineweben in Heimarbeit
betrieben. Langenhain ist mit ca. 900 Einwohnern der
bevölkerungsreichste Ortsteil von Waltershausen, der
zusammen mit Wahlwinkel und Schnepfenthal im Jahre
1950 eingemeindet wurde.
Ein Großteil der Bevölkerung sind heute Pendler.
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"Bodenschätze " zu liefern. Im typischen
Waldhufendorf gab es nur etwas Feldbau (Ölfrüchte),
Viehtrieb auf
gerodeten Flächen, Köhler, Fronbauern, Harzer,
Holzmänner, Handwerker und Arbeiter. Fünf Mühlen
existierten an der Laucha, zwei davon im Ort selbst.
Schneide- und Ölmühlen waren typisch. An wenigen
Stellen wurde eine Zeit lang Sandsteine gebrochen.
Die kleinen Tonlager der Flur sind längst
ausgebeutet und die Gruben alle wieder zugefüllt.
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