|
|
|
Übersicht der Ortsteile Waltershausen |
Östlich von Waltershausen, nördlich von
Reinhardsbrunn, breitet sich die stattliche Flur des
"Gothaischen Dorfes Wahlwinkel" aus.
Wahlwinkel wurde erstmals im Jahre 1186 urkundlich
erwähnt. Zur Zeit der Ortsgründung hatte der Ort 30
Einwohner. Im Erbbuch zu Tenneberg wird 1510 die
Einwohnerzahl mit 39 angegeben. Wahlwinkel lag in
der "Pflege Tenneberg". Viele auswärtige Herren
hatten Besitzungen im Ort. In der Tatsache, dass der
Eichenwald einst bis an den Ort heranreichte, liegt
wohl die Erklärung für den Ortsnamen "Waldwinkel"
(1186). Der letzte Zeuge dieses Waldes aus
vergangener Zeit war die Eiche im Garten des Hauses
in der Friedrichrodaer Straße 75. Wegen
Umsturzgefahr musste der Baum 1975 gefällt werden.
|
|
Wahlwinkel ist ein typisches Haufendorf mit seinen
fränkischen Bauernhöfen. Der Giebel der Wohnhäuser
liegt selten an der Straße, sondern an der
Breitseite mit der Haustür.
Viele Häuser sind am Gesims mit reicher Schnitzerei
verziert. Beispiele finden sich noch am Pfarrhaus,
am ehemaligen Storchennest und am Eckhaus
Friedrichrodaer Straße/ Teichstraße.
Das Aussehen des Dorfes wird sich seit Beginn des
Gemeindebuches bis zum großen Brand (1783) nicht
viel geändert haben. Der fränkische Bauernhof bildet
wie bei allen Thüringer Haufendörfern die fast
ausnahmslose Regel. |
| |
|
|
 |
| |
|
|
|
Der größte Teil der Wahlwinkler Flur ist alter
Flußboden. Mächtige Kieslager ziehen sich durch das
ganze Reinhardsbrunner Tal, längs dem alten Lauf des
Badewassers bis hin zur alten oder wilden Leina nach
Hörselgau zu, noch weit über das Dorf Wahlwinkel
hinaus. Bis ins späte Mittelalter mag die ganze
Talsohle durch Versumpfung zur Kultur unbrauchbar
gewesen sein. Die Ableitung des Mühlwassers nach
Waltershausen hat hier eine große Wandlung
geschaffen. Auf den sauren Wiesen wird die Erzeugung
nutzbaren Viehfutters ermöglicht und sogar die
Anlage sich jährlich mehrenden Ackerlandes
gestattet. Aber noch jetzt sind die unteren Teile
der großen "Karnwiese" trotz vielfach gezogener
Gräben bis tief ins Frühjahr hinein versumpft. Den
sichersten Beweis für den Überreichtum an Wasser
geben die Namen der teils in nicht mehr
nachweisbarer, teils auch jüngster Zeit
verschwundener Teiche zwischen Wahlwinkel,
Waltershausen und Hörselgau. Das verhängnisvolle
Dasein des Dorfes war wohl die Ableitung des
Dorfbaches nach dem wasserarmen Waltershausen. Als
Ersatz wurde Wahlwinkel der Tausch des |
|
Jetzt ist Wahlwinkel so modern wie andere Orte auch
und beheimatet mittlerweile ca. 600 Einwohner.
In den letzten Jahren, nach dem Fall der Mauer,
wurde nach und nach die Schönheit und Kultur des
Dorfes wieder hergestellt.
Eine Vielzahl von Unternehmen, hauptsächlich kleine
Familienbetriebe, haben sich angesiedelt (u.a. zwei
Gaststätten, Eis-Café, Bäckerei, Lebensmittel- &
Getränkehandel, Souvenir- & Geschenkartikel, versch.
Handwerks- & Baufirmen etc.).
Zwei Vereine gibt es im Dorf, von denen der 60
Mitglieder zählende Feuerwehrverein den Löwenanteil
bei der Ausrichtung kultureller Feierlichkeiten
(Maibaumsetzen, Kinderfest, Teichfest, etc.)
übernimmt.
Hoffen wir im Sinne des Heimatschutzes, dass sich
das neuzeitlich nach allen Richtungen ausdehnende
Dorf die letzten sichtbaren Erinnerungen aus seiner
Vergangenheit (Kirche, Pfarre, Wegborn und die
hübschen Fachwerkhäuser) weiterhin festhält. |
Mühlwassers für das Marktrecht und die Zollfreiheit
in Waltershausen zugesprochen. Der Mangel an gutem
Trinkwasser wurde zu einem schweren Übelstand, dem
die schleichenden Krankheiten Schwindsucht und
Typhus zugeschrieben werden müssen. Auf die
Ausnutzung der übrigen Gewässer hat die Gemeinde
desto sorgfältiger ihr Augenmerk gerichtet. Im
Mittelalter war Wahlwinkel ein stark befestigter
Ort. Davon zeugten einst der Burggraben, ein
Wassergraben, eine Hecke, die Zugbrücke sowie die
hohe Friedhofsmauer, welche das Dorf umgaben. 1565
noch hatte das
letzte Haus nach der "Au" zu die Aufsicht über die
Zugbrücke. Von einem zweiten Graben, dem Wachgang,
beim Heiligen Hof hören wir 1684. Zum Schutze des
Dorfes diente außerdem noch ein starker Zaun, den
jeder Nachbar, soweit sein Anwesen reichte, erhalten
musste. Auch von Schlägern, Thoren, Bleichen
(Palisaden von Bohlen) ist 1608 die Rede. |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
© Stadtverwaltung
Waltershausen, Markt 1, 99880 Waltershausen
Tel. 0 36 22 / 63 0 - 0, Fax 0 36 22 / 63 0 - 290 Impressum |
| |
|
|