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Historisches
Rathaus Waltershausen |
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Wie vielerorts
in Thüringen steht auch das alte Rathaus von Waltershausen
in unmittelbarer Nähe der wichtigsten Verkehrsader. Sein
jetziges Erscheinungsbild erhielt das Gebäude durch eine
grundlegende Sanierung und Restaurierung in den Jahren 1993-1996.
Die im Rahmen dieser Baumaßnahmen durchgeführten
umfangreichen Untersuchungen zur Historie und bau-geschichtlichen
Entwicklung ergaben unter anderem, dass das Walters-häuser
Rathaus nicht, wie bisher angenommen, 1554 sondern bereits
1441 errichtet wurde. Gemäß dem derzeitigen Kenntnisstand
ist es damit das zweitälteste Fachwerkrathaus im mitteldeutschen
Raum.
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Der
Gewölbekeller |
Die
Geschichte des 1441 erbauten Rathauses beginnt vielleicht
schon im Jahr 1429, als der Landgraf Friedrich IV. den Waltershäusern,
die mit verschiedensten Privilegien ausgestattete Erlaubnis
erteilte, jeden Montag einen Markttag abzuhalten. Ob das
der Anlass zur Errichtung des Rathauses war, kann nicht
mit Sicherheit gesagt werden, auf alle Fälle führte
dieser Umstand jedoch zu einem weiteren Aufschwung des städtischen
Handels und damit zum erweiterten Bedarf an witterungsgeschützten
Lager-, Verkaufs- und Versammlungsräumen. Hierzu kam
noch, dass auch die Verwaltung und Führung des Gemeinwesens
zunehmend neue quantitative und qualitative Formen annahm.
Die vom Übergang des sogenannten Ständerbaues
zum Stock-werkrahmenbau geprägte Bauzeit ist noch heute
in eindrucksvoller Art ablesbar und damit als ein bedeutendes
Zeugnis spätgotischer Baukunst erhalten. Während
die rückwärtige Seite des zweigeschossigen Fachwerkgebäudes
noch in der alten Ständerbauweise abgezimmert wurde,
sind bei den repräsentativen, marktorientierten Fassaden
bereits die neuen Konstruktionsprinzipien erkennbar.
Der komplett aus Tannenholz mit relativ großen Holzquerschnitten
(ca. 30x30 cm) abgebundene Bau besaß zur damaligen
Zeit noch ein für die Gotik typisches steiles Satteldach,
welches erst beim Umbau von 1745 verändert wurde. Die
beiden dreischiffig angelegten Fachwerk-geschosse trugen
einen hallenartigen Charakter, was auch ihrem anfänglichen
Verwendungszweck als Kauf- und Lagerhaus, Tanz- und Versammlungsstätte
entsprach.
Erst mit dem 1502 erfolgten Einbau einer ca. 5x6 m
großen Bohlenstube im 1. Obergeschoss wurden die
beiden Hallen im Erd- und |
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Im Rahmen
der komplexen Sanierung des Historischen Rathauses Waltershausen
wurde als letzter Bauabschnitt 1998/99 der Gewölbekeller
ausgebaut. Der Keller gliedert sich in einen Kreuzgrat-
und zwei Tonnengewölberäume sowie einen unterirdischen
Anbau. Das Natursteinmauerwerk wurde 1440 errichtet. Die
Westseite diente über mehrere Jahrhunderte als Rückwand
der Fleischbänke und des Messhauses (städtische
Maße und Gewichte). Die Tür in der Nordseite
bildete ursprünglich den einzigen Zugang zum "Ratskeller"
samt Reifekeller. Jetzt wird der Keller als Stadtinformation
sowie als Ergänzung zu den Räumlichkeiten im Erdgeschoss
(Halle, Trauzimmer) genutzt. |
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Obergeschoss schrittweise
verkleinert und in einzelne, abgeschlossene Räume
untergliedert. 1536 wurde eine weitere, diesmal ca.
8x8 m große Bohlenstube im Erdgeschoss des Hauses
errichtet, da die obere Stube offensichtlich für die
Rats- und Zunftmeisterzusammenkünfte zu klein
geworden war. Heute, nach der Sanierung des nunmehr
559 Jahre alten Fachwerkbaus, können einige
ausgewählte Räumlichkeiten auf Anfrage besichtigt
werden. |
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© Stadtverwaltung
Waltershausen, Markt 1, 99880 Waltershausen
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