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Stadtkirche "Zur Gotteshilfe"

Öffnungszeiten:

täglich von 10:30 Uhr bis 12:30 und

14:30 Uhr bis 16:30 Uhr

Führungen und Orgelführungen nach Voranmeldung

Evang.-Luth. Kirchgemeinde Waltershausen
Lutherstraße 3
99880 Waltershausen

Tel.: 03622 / 90 26 25

E-Mail: waltershausen(at)suptur.de

 

Baugeschichte:

Die Stadtkirche Waltershausen ist eine von rund 20 Kirchen, die unter Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1691-1732) nach dem Dreißigjährigen Krieg im Gothaer Land neu errichtet wurden.
Der Bau begann begann 1719 nach Plänen des herzöglich sächsisch-gothaischen Baudirektors Wolf Christoph Zorn v. Plobsheim und wurde nach dessen Tod am 09. August 1721 von seinem Stellvertreter

Bedeutung:

Die Walterhäuser Stadtkirche "Zur Gotteshilfe", Thüringens erster großer barocker Zentralkirchenbau, gilt in Grundrissausbildung und Bauausführung als Vorläufer der 1726 bis 1738 von Georg Bähr in Dresden errichteten Frauenkirche. (Dehio-Vereinigung e. V.)

Zentralbauten spielten in der barocken Sakralarchitektur eine wichtige Rolle, denn sie eigneten sich besonders gut, eine Korrespondenz zwischen dem inneren Raum der Liturgie und der äußeren

Der Innenraum:

Der Innenraum des 1200 Menschen Platz bietenden Gotteshauses ist als protestantische Predigtkirche mit acht kräftigen Holzpfeilern und dreigeschossigen Emporen ausgebildet und reich gestaltet.

Das in West-Ost-Richtung liegende Gotteshaus wird vom Kanzelaltar mit der darüber liegenden Orgel beherrscht.
Die 1994/95 freigelegte Ausmalung der dreigeschossigen Emporen von 1759 spiegelt heute den Erbauungszustand des 18. Jahrhundert ebenso wieder, wie das figuren- und farbenreiche Deckenfresko des gothaischen Hofmalers Johann Heinrich Ritter (1685/90 - 1751) von 1723.

Das Hauptcharakteristikum der Waltershäuser Residenzkirche bildete der bis heute erhaltene zentrale Herrschaftsstand der ersten Empore mit seinem aufgemalten sächsisch-gothaischen Wappen, der seit

Ausmalung:

Das in illusionistischer Architekturmalerei gestaltete Deckengemälde liegt bereits im Mansardengeschoss des Kirchenbaues und setzt die reale Raumgliederung bis in die als Flachdecke ausgeführte Scheinkuppel fort.
Im Zentrum die Heilige Dreifaltigkeit, die von den Allegorien Glaube, Liebe, Hoffnung, Treue, Klugheit, Standhaftigkeit, Mäßigkeit und Geduld umsäumt wird. Die Frauenfiguren halten Kartuschen mit den Seligpreisungen der Bergpredigt (Matth. 5-7).

Das Äußere:

Das imposante Kirchenschiff aus heimischem grau-rotem Bundsandstein wird aus einem 22,5 m großen Quadrat (Innenmaß) mit gekehlten, konkav einschwingenden Ecken gebildet, an das im Osten und Westen Risalite zur Aufnahme der Treppenhäuser angeführt sind.
Sie verleihen der Kirche die Gestalt eines kurzflügeligen griechischen Kreuzes. Die Risalite der Nord- und Südseite dagegen sind flach ausgeführt. Besonders hervorgehoben ist die "festlich-feierliche Südseite", die dem Markt zugewandt ist. Vier Portale führen ins Innere.

Orgel:

Ein Höhepunkt des Innenraumes bildet die, den Raum beherrschende, ab 1722 von Tobias Heinrich Gottfried Trost (um 1680-1759) geschaffene Orgel, die als die "bedeutendste und größte Orgel aus der Bachzeit in Thüringen" gilt.
Trost der innerhalb des mitteldeutschen Orgelbaues als "bedeutendster Neuer" und "Avantgardist" galt, war zugleich der bedeutendste thüringische Orgelbauer zur Zeit Johann Sebastian Bachs.
Die Waltershäuser Orgel ist ein Instrument der Superlative, verfügt sie doch über drei Manuale, 53 klingende Register und 2806 Pfeifen. Das Besondere: etwa 70 Prozent der Pfeifen und nahezu die gesamte Spielanlage sind im Original erhalten. Dabei hatte Trost 1722 nur den Auftrag für ein zweimanualiges Instrument erhalten.
Nach einer Reise nach Freiberg im gleichen Jahr scheint er an der Größe der Silbermannschen Domorgel Gefallen gefunden zu haben, so dass er sich offenbar entschloss auch das Waltershäuser Werk zu vergrößern.
Das brachte ihm den Ärger der für den Bau Verantwortlichen ein, die Trost lieber "in arrest nehmen und an den Galgen hängen" wollten.
So etwa musste die Empore abgesenkt werden, um das größere 8,30 Meter hohe und 8,80 Meter breite Werk aufnehmen zu können.
Bis 1730 ist Trost in Waltershausen nachweisbar, doch erst

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