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Informatives und Aktuelles   ->Tourismus/Kultur/ Freizeit  ->Sagen  -> Walter der erste Siedler

Walter der erste Siedler

"Hausen" - in Thüringen gibt es zahlreiche Städte und Dörfer, die dieses Wort in ihrem Ortsnamen tragen, von Hildburghausen bis Nordhausen. Heimatforscher meinen, dass es sich dabei um Ortschaften handelt, die in der zweiten der drei großen deutschen Siedlungsperioden entstanden sind, die etwa vom Jahre 400 bis in das neunte Jahrhundert reichte. Das gilt auch für die kleine Stadt zwischen Gotha und Eisenach, die sich "Pforte zum Thüringer Wald" nennt: Gemeint ist Waltershausen.

 

Urkundlich erwähnt wurde die Stadt zum erstenmal im Jahre 1209, doch es gilt als sicher, dass sich schon Jahrhunderte früher Menschen am Fuße des heutigen Burgberges ansiedelten. Hier, wo jetzt das Schloss Tenneberg steht, befand sich vorher eine Wallburg, die Bauern, Töpfer, Leineweber und andere Handwerker anzog und die hier ihre Behausungen errichteten. Einer der ersten Siedler soll Walter geheißen haben. So jedenfalls weiß es die Sage. In der erwähnten Urkunde geht es um das Braurecht, das wohl zum Streit mit Friedrichroda geführt hatte. Zu den Unterzeichnern gehörte auch ein Vilicus, soviel wie Verwalter oder Meier, und die Urkunde nennt Waltherishusin. Das Original wird im Staatsarchiv Gotha aufbewahrt, eine Kopie kann man im Museum im Schloss Tenneberg betrachten. Mit der Verleihung des Braurechts dürften die Markt- und Stadtrechte gesichert sein.

 

In einer anderen Sage ist von einem König Balderich die Rede, auch von ihm könnte der Name Waltershausen abgeleitet sein. Heimatforscher haben da jedoch ihre Bedenken. Auch über das Wappen der Stadt gibt es mehrere Deutungen. Es zeigt in seiner heutigen Form einen Fisch zwischen drei Tannen. In einer Abbildung aus dem Jahre 1394 ist der Fisch zunächst senkrecht mit dem Schwanz nach unten zu erkennen. Im Wappen von 1433 schwimmt er waagerecht zwischen einem Laubbaum mit Wurzelwerk.

 

Seit dem 16. Jahrhundert wird dann die noch heute gebräuchliche Form geführt. In allen Formen soll offensichtlich auf den Fischreichtum in den Teichen verwiesen werden, die es früher hier gab, In anderen Überlieferungen ist aber auch von Quellen die Rede, wobei einmal der eine Born derartig viel Wasser geführt haben soll, dass es zu einer Überschwemmung kam und die Fische zwischen den Bäumen schwammen. Schließlich kann man in einem alten Siegel mit etwas Phantasie im Maul des Fisches einen Ring erkennen, den Fischerring des Petrus. Dieser gilt in der Christlichen Legende als Zeichen der Fruchtbarkeit. Das alles zeigt, dass Besucher in der "Pforte zum Thüringer Wald" viel reizvolles bestaunen können. So das Schloss Tenneberg, das gegenwärtig restauriert wird und das Klaustor, das letzte erhaltene von einstmals sieben Toren und Türmen, so wie das einmalig schöne Rathaus mit dem Marktbrunnen.

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